Jean Paul Gaultier: Londoner Freiheit

Bild von Jean Paul GaultierJean Paul Gaultier (61) liebt an der Londoner Mode die „Rebellion“.

Die Ausstellung ‚The Fashion World Of Jean Paul Gaultier: From The Sidewalk To The Catwalk‘ des französischen Designers läuft derzeit in der Barbican Gallery in der Metropole – die der Fashion-Experte zu schätzen weiß. Es war die Veränderung der Atmosphäre von seinem Heimatland, die ihn London als spirituelle Heimat genießen ließ. „Die Straßen Londons waren vielleicht meine erste Muse. Nach London zu kommen war für mich wie Vitamin D, wie die Sonne und der freie Geist. Ich kam das erste Mal nach London, als ich 16 oder 17 Jahre alt war. Ich liebte es schon immer, im Zug zu sein, weil sie diese Sandwiches haben, die ein bisschen anders als unsere waren“, lächelte er im Gespräch mit der britischen Zeitung ‚Metro‘. Doch nicht nur das Essen unterschied sich. „Alles war anders: die Architektur, die Ziegel, die Farben ? selbst das Wetter war ein bisschen anders ? ich liebte die Rebellion in der Kleidung. Ich spürte die Ausdrucksfreiheit total und die Exzentrik wurde akzeptiert. In Frankreich schauten die Leute einen wie einen Freak an, wenn man ein bisschen anders als nach dem klassischen Code angezogen war.“

Vor 38 Jahren launchte Gaultier seine erste ‚Haute Couture‘-Kollektion und war im Laufe seiner Karriere auch der Kreativchef des Traditionshauses Hermès. Selbst nach all der Zeit in der Modebranche ist der Designer, der am 24. April 62 Jahre alt wird, immer noch leidenschaftlich, was die Mode und die Zukunft betrifft. „Um ehrlich zu sein, ja [ich bin immer noch aufgeregt]. Die einzige Sache ist, dass es jetzt zu viele Kollektionen zu machen gibt. Etwas läuft falsch: Wir verkaufen jetzt, bevor die Kollektion gezeigt wird. Also muss man mehr Kollektionen machen, mehr Klamotten. Aber ich denke, dass das zu viel ist – mehr Kleidung als die Leute sie tragen können!“, bemängelte der Fashion-Profi. Seinen Beruf hänge er aber nicht an den Nägel. „Also denke ich, dass ich vielleicht weiter, aber weniger mache. Für mich ist es ziemlich schwierig, zu delegieren, weil ich nicht weiß, wie man mit einem anderen arbeitet. Es ist keine Ego-Frage, es ist nur so, weil ich alleine anfing ? Aber ich bin immer noch aufgeregt, weil ich immer noch denke, dass man gegen viel ankämpfen kann“, freute sich Jean Paul Gaultier.

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