Beim Thema Kindererziehung jagt eine Entscheidung die nächste. Eltern müssen sich früher oder später mit der Frage der Kinderbetreuung auseinandersetzen, vor allem, wenn die eigene Familie dafür ausscheidet. Abhängig von Region, individueller Vorliebe und Finanzen gibt es ein reichhaltiges Betreuungsangebot für den Nachwuchs. Theoretisch. Die Realität ist jedoch meist eine andere. Lange Wartelisten und qualitative Unterschiede sind in staatlich geförderten Einrichtungen besonders häufig der Fall. Altbewährte Betreuungsform Die Kindertagesstätte, ob nun Kinderkrippe oder Kindergarten, ist für viele Eltern bevorzugte Wahl. In den vergangenen Jahren hat sich eine Kombination von beiden herausgebildet und im Alltag bewährt. Kleine lernen von Großen und unterstützen sich gegenseitig in ihrer Entwicklung. Kitas können durch Vereine oder Verbände getragen werden, in städtischer Hand oder von Betrieben eingerichtet sein. Je nach Einrichtungstyp wird vormittags, nachmittags oder ganztägig betreut. Alternative Ansätze Neben Regelkindergärten gibt es spezielle Betreuungsformen beispielsweise Sprachkindergärten, die Kinder zweisprachig fördern. In Einrichtungen mit integrativem Charakter werden Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut. Andere Formen sind Waldorf-, Montessori- oder Kneippkindergärten. Bewegungs- und Naturkonzepte, Reggio-Pädagogik, Piaget, Fröbel oder Freinet vervielfältigen den Dschungel der alternativen, meist privaten, Betreuungskonzepte. Häufig setzen diese Methoden u.a. auf gezielte, individuelle Förderung mit viel Raum für Selbstbestimmung. Einrichtungsfern Kindergruppen gehen auf Elterninitiative zurück und werden maßgeblich von Eltern geführt. Tagesmutter, Au Pair, Babysitter oder Leihgroßeltern betreuen Kinder im eigenen oder fremden Haushalt. Diese Art der Betreuung eignet sich ideal für Kinder, die eine Bezugsperson und nur wenige Kindern um sich brauchen. Pädagogisches Konzept? Egal, Hauptsache ein Platz! Für welche Form der Betreuung sich Eltern letztendlich entscheiden, ein akuter Mangel an Plätzen bestimmt die Betreuungslandschaft in Deutschland seit Jahren. Da nützt Konzepte vergleichen und frühzeitiges Anmelden oft wenig. Der gesetzliche Betreuungsanspruch ab 2013 vermag vielleicht die Betreuungssituation quantitativ zu verändern. Es bleibt nicht zu hoffen, dass die gewünschte Betreuung, Förderung und Bildung unserer Kinder zukünftig nur noch eine Frage des Geldbeutels ist.


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