Raf Simons: Doku? Nein, danke.

Bild von Raf SimonsRaf Simons (46) hielt zunächst wenig von der Idee, einen Dokumentarfilm über seine Arbeit bei Christian Dior zu drehen.

Der belgische Designer ist seit April 2012 der Kreativchef bei dem Modehaus. Sobald er bei Christian Dior eintraf, wurde er bei seiner Arbeit gefilmt und der in Kürze herauskommende Film ‚Dior and I‘ ist das Resultat des Drehmaterials. In einem Interview mit ‚WWD‘ berichtete Simons nun, dass er damals nicht sonderlich begeistert war von der Idee: „In der Tat war ich nicht erfreut, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen. Es ist furchteinflössend, vor allem für Leute, die keine Schauspieler sind, das hat nichts mit Schauspielerei zu tun.“

Der Film dokumentiert die Arbeit des Designers an seiner Debütkollektion für Dior und zeigt ebenfalls das Team, das die Outfits zum Leben erweckte. ‚Dior and I‘ wird in der kommenden Woche auf dem Tribeca Film Festival uraufgeführt; Regie führte Frédéric Tcheng.

Insgesamt kamen 270 Stunden Drehmaterial zusammen, der Film ist jedoch nur 89 Minuten lang und überraschte Simons. „Als ich ihn sah, war das sehr beruhigend und gleichzeitig sehr emotional, weil man sich selbst mit all den Gefühlen sieht, die einen in diesem Moment überkommen ? einschließlich der Angst, die komisch ist, wenn man sie bei sich selbst sieht. In dem Film gab es eine enorme Intimität, die auch bei Dior präsent ist, in der Firma. In dem Gebäude herrscht ein starkes Familiengefühl“, berichtete er.

Der Regisseur interessierte sich insbesondere dafür, wie der fortschrittliche Simons das renommierte Label modernisieren würde. Der Modeschöpfer war außerdem überrascht zu sehen, wie er nach außen hin wirke, obwohl er manchmal eine andere Vorstellung von sich hatte: „Es überraschte mich zu sehen, wie ruhig und leise ich gewöhnlich bin. Ich hatte ein anderes Bild von mir selbst. Ich sah auch, wie schnell ich meine Entscheidungen treffe, das habe ich so nie realisiert.“

In einem früheren Interview mit der britischen Zeitung ‚The Guardian‘ sprach der Designer über seine Leidenschaft für Fashion. Mode bestimme sein Leben und er könne sich keinen anderen Beruf vorstellen: „Meine Gedanken stehen nie still. Meine Ideen waren immer ein natürlicher Prozess; sie überlappen sich ständig. Es ist keine beruhigende Sache. Ich muss mir die Ideen selbst texten oder schnell ins Büro rennen, um sie zu zeichnen. Ich habe einen Skizzenblock neben meinem Bett, weil ich manchmal davon aufwache – aber nicht jeden Tag, denkt nicht, ich sei ein Freak“, lachte Raf Simons.

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