Bild von Ralph LaurenRalph Lauren (74) kreierte Polo Women für berufstätige Stadtfrauen.

Der Modeschöpfer stellte die Debütkollektion von Polo Women auf der New York Fashion Week im Februar zur Schau - ein überraschender Schritt für das Publikum, das im Vorfeld nichts davon wusste. Es gab überhaupt nur wenige, die von einer Existenz einer Polo-Kollektion für Damen Kenntnis hatten. Ursprünglich kreierte Lauren Polo für Herren, später rief er seine gleichnamige Linie für Damen ins Leben. Im Laufe der Zeit erkannte er den hohen Wiedererkennungswert der Marke und entschied, sie zu erweitern. "Die Leute fragten mich danach, wie zum Beispiel meine Tochter, die in einen Laden lief und sagte, dass sie all die Dinge haben wolle, die es nur für Männer gibt. Ich will diese karierten Hemden. Ich will diese Jacketts. Das Blue Label war nicht elegant genug für die Richtung, die ich einschlug. Plötzlich sah Blue Label wie die preisgünstigere Variante von Ralph Lauren aus. Es brauchte eine Identität. Also dachte ich, dass es ein guter Zeitpunkt wäre, Polo zu machen und dass das Potenzial fantastisch wäre. Das Mädchen, das in der Stadt lebt, nicht die Mutter aus Connecticut, sie ist voll dabei, sie arbeitet. So wie ich das mache, ist es hipper", erklärte er im Interview mit 'WWD'.

In Kürze feiert der Designer sein 50. Jubiläum in der Modeindustrie. Obwohl Lauren seinen Job nach wie vor liebt, gab er zu, dass es manchmal anstrengend sei, immer neue Ideen zu haben. Schließlich sollen all seine Marken einzigartige Kollektionen haben.

Außerdem gab Lauren seine Meinung zu der aktuellen Diskussion um Fashionshows zum Besten. In diesem Jahr wurde der New Yorker Zeitplan der Modenschauen reduziert, weil viele kritisierten, dass die Shows zu groß geworden seien und den eigentlichen Fokus verloren hätten. Einige Designer zeigten daraufhin ihre Kollektion einem kleineren, exklusiveren Publikum. Lauren riet Nachwuchsdesignern, sich zu nichts zwingen zu lassen, bei dem sie sich nicht wohl fühlen: "In Europa machen sie spektakuläre Shows, die überwältigend sind. Sollte man seine Kollektion so zeigen? Wirkt alles andere danach nicht schwach? Es gibt viele offene Fragen über Modenschauen. Sollte eine Show klein sein oder ein Riesenspektakel? In Europa machen die großen Namen auch riesige Shows. Aber hilft das den Designern, wenn sie so theatralisch sind? Es macht es interessant. Es macht Spaß und es ist unterhaltsam. Will man dadurch aber die Sachen kaufen? Man weiß, wer gut ist und wer nicht und die Guten können das auf jede Art und Weise ausdrücken, so wie sie das wollen", sinnierte Ralph Lauren.

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