Einige Attribute zur Waldorf-Pädagogik halten sich hartnäckig. Anti-autoritär, weltfremd, Kinder, die ihren Namen tanzen und dabei singen - gehören dazu. Über 540 Privat-Kindergärten dieser Ausrichtung gibt es allein in Deutschland. Das Konzept von Waldorfkindergärten ist im Gegensatz zu Waldorfschulen weniger festgelegt und hängt wesentlich von Erziehern, Eltern und Einrichtung ab. Ursprung des Waldorfgedanken Das „Waldorf-Konzept“ geht zurück auf die anthroposophische Lehre Rudolf Steiner‘s, einer spirituellen Weltanschauung, die den Menschen in seiner Dreiheit (Leib, Geist und Seele) und in Beziehung zum Übersinnlichen betrachtet. Seinen Namen erhielt es, als Steiner im Jahr 1919 auf Bitte des Inhabers der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik in Stuttgart, eine Art Betriebsschule für die Arbeiterkinder gründete. Vorbild und Nachahmung Das Grundprinzip dieser Lehre ist Nachahmung. Weniger eine angeleitete Förderung, sondern Verhaltensweisen Erwachsener dienen als Vorbild zur Nachahmung und Übernahme in die Entwicklung des Kindes. Jedes Kind soll sich dabei im ungezwungenen Spiel frei entfalten, so wie es die eigenen Vorlieben, das eigene Tempo erfordert. Rhythmus und Wiederholung Feste Abläufe im Tages,- und Wochenablauf sowie ein starker Bezug zur Natur und ihren Jahreszeiten prägen diese Methode. Eine ständige Wiederkehr fester Ereignisse gibt Kindern ein Gefühl von Struktur und Geborgenheit. Das angebotene Spielzeug besteht hauptsächlich aus Naturmaterialien und ist so beschaffen, dass viel Raum für Phantasie bleibt. Dem kreativen Ausdruck in Form von Musizieren und Tanzen wird ebenfalls eine tragende Rolle zugeschrieben. Unser Fazit Elternengagement wird in der Regel erwartet, wobei pädagogische Fragen dem extra ausgebildeten Erziehungspersonal obliegen. Es bleibt allerdings unerlässlich, dass sich Eltern mit der anthroposophischen Weltsicht auseinandersetzen. Schließlich ist die Bindung an Erzieher, die diese vermitteln, gerade bei jüngeren Kindern stark ausgeprägt. Pro`s und Con’s zum Waldorfkindergarten finden sich eine Menge. Bei einer zu negativen Sichtweise auf das Konzept sollte bedacht werden: Viele Kindergärten integrieren heutzutage Elemente dieser Betreuungsform ganz selbstverständlich in ihre Arbeit, ohne sie speziell als solche zu benennen. Bildrechte: © birgitH / pixelio.de


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